Die frühe Geschichte der Hauptstadt Wien
Die ersten Siedler auf dem Gebiet der heutigen Hauptstadt Österreichs waren vermutlich Kelten. Entscheidend geprägt haben Wien allerdings die alten Römer als sie im Rahmen ihres Zuges durch Europa ein Lager für ihre Militäreinheiten errichteten, das sie Vindobona nannten. Neben den Militärs siedelten sich hier auch Zivilisten an. Es wird spekuliert, dass ein großer Brand im fünften Jahrhundert die Siedlung fast komplett zerstörte und nur wenige Bewohner verschonte. Auf eine frühe Geschichte als Handelszentrum lassen Münzen aus Kupfer schließen, die auf dem Gelände gefunden wurden und aus dem alten Byzanz stammen sollen. Im frühen Mittelalter ließen lebten unter anderem Slawen und ein berittenes Volk aus Zentralasien namens Awaren im Stadtgebiet des heutigen Wiens. Nach einer siegreichen Schlacht gegen die Ungarn führte Kaiser Otto I. Wien in ein neues Zeitalter – das Mittelalter.
Zu unerwarteten finanziellen Mitteln gelangte die Stadt Wien indem sie im Jahr 1192 den Richard Löwenherz genannten König von England als Geisel nahm. Der König hatte angeblich die Leistung und die Flagge von Leopold V. missachtet, der im Laufe der Kreuzzüge an der Seite des englischen Königs gekämpft hatte. Das Lösegeld das von den Engländern für die Freilassung von Richard Löwenherz gezahlt wurde, wurde genutzt um die Erweiterung der Stadtbefestigung zu unterstützen.
Kurze Zeit später begann mit der Machtübernahme von Rudolf I. 1278 das Emporkommen der Habsburger Dynastie, die bis heute Bestand hat. Das Haus Habsburg stellte seit dem Kaiser, Könige und Herzoge für viele europäische Monarchien.
Im vierzehnten Jahrhundert verhilft Herzog Rudolf IV. der Stadt zu neuer Blüte als unter seiner Herrschaft zum Beispiel die Universität gegründet wird und Kirchen ausgebaut wurden. Zudem verlief die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt während der Zeit seiner Regentschaft sehr positiv. Die Herrscher nach Herzog Rudolf IV. verstrickten sich in Konflikte über Erb- und Rangfolgen und trugen damit zum Ausbruch diverser gewalttätiger Konflikte bei, die zwischenzeitlich bürgerkriegsähnliche Zustände annahmen. So wurden im Jahre 1522 ranghohe Oppositionelle im Rahmen des Blutgerichts in der Neustadt von Wien hingerichtet.
Mit dem Ausbruch der Türkenkriege im 16. Jahrhundert brach in Wien eine neue Zeit an. Die Belagerungen überstand die Stadt oft nur mit Glück wie im Jahr 1529 als die Türken sich erst zurückzogen als der Winter unerwartet früh und hart ausbrach.