Die Republik Österreich gehörte nach dem 2. Weltkrieg und währender Zeit des kalten Krieges nie einem der großen militärischen Blöcke NATO und Warschauer Pakt an. Vom Grundsatz bekannte sich die Republick als neutral. Dennoch begann Österreich Mitte der 50-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit dem Aufbau militärischer Strukturen und verfügte bald über eine eigenständige schlagkräftige Armee, das heutige Bundesheer. Das Bundesheer verfügt zwar vorrangig über defensive Strukturen, ist für diese aber sowohl personell als auch unter Aspekten der Ausrüstung und Bewaffnung sehr gut aufgestellt. Das Heer hat eine Stärke von ca. 35 000 Mann als „Grundwehrdiener“ und Berufssoldaten und ca. 30 000 Mann als Miliz. Es verfügt über etwa 9 000 Fahrzeuge sowie über etwa 150 Luftfahrzeuge. Da Österreich ein Binnenstaat ist und über keine Küsten verfügt, hat es auch keine Seestreitkräfte.
Der Oberbefehlshaber des Bundesheeres ist der Bundespräsident, der Verfügungsbefehl obliegt dem zuständigen Minister für Landesverteidigung. Seit Aufstellung des Bundesheeres im Jahre 1955 hat es einige militärische Einsätze für den unmittelbaren Schutz österreichischer Grenzen absolvieren müssen. Als Beispiele seien die Unruhen in Ungarn (1956), in der damaligen Tschechoslowakei (1968) und die Kriege im damaligen Jugoslawien (1991) genannt. Unter dem Mandat der UN nahm das Heer an Einsätzen im Ausland teil. Im Jahre 2004 sollte eine Reform des Heeres durchgeführt werden, die jedoch bis heute wegen Mangels an Geld nicht realisiert werden konnte.
Die Bewaffnung des Bundesheeres basiert auf ein Arsenal unterschiedlicher Hersteller aus verschiedenen Ländern. Die Waffen für die Infanterie stammen zu einem sehr großen Teil aus österreichischer Produktion. Die Motorräder wurden von BMW (Deutschland) und KTM (ebenfalls Österreich) geliefert. LKW und PKW stammen überwiegend aus deutscher Produktion. Die Kampfpanzer stammen durchgehen aus der Leopard-Reihe und die Schützenpanzer sind alle Steyr Ulan. Aus der selben Waffenschmiede kommen die Transport-, Berge- und Pionierpanzer. Die Artillerie besteht durchgehend aus Panzerhaubitzen M 109. Die Luftstreitkräfte verfügen über 77 Hubschrauber und 74 Flugzeuge.